Kunst

Das Fach Kunst motiviert die Kinder und Jugendlichen, sich in der Welt der Bilder zu orientieren und sich selbst Bilder von der Welt zu machen. In der Einheit von Wahrnehmung, Reflexion und bildnerischer Produktion werden die Schüler befähigt, die Wirklichkeit mit allen Sinnen immer wieder neu zu erleben, zu verstehen und sich aktiv zu ihr in Beziehung zu setzen.

(Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus)

Diese Vorgaben werden gerade im Musischen Gymnasium als Leitziele angesehen. Das Bekenntnis zum Ästhetischen ist aber auch eine Bejahung der kritischen Funktion der Kunst - zu ihrem Auftrag, das Gegebene immer neu zu interpretieren. Das beinhaltet eine Abkehr vom Vordergründigen und vom Gefälligen zugunsten des Wesentlichen. Die Erfahrung zeigt, dass junge Menschen vom Ästhetischen besonders dann angezogen werden, wenn sie es praktisch erfahren. Deshalb stehen diverse künstlerische Betätigungen seit jeher im Mittelpunkt des Faches Kunst. Und deshalb tragen die Kunsterzieher dieser Freude an der Gestaltung durch Ausstellungen von Schülerarbeiten Rechnung - sei es im Schulgebäude oder sei es an anderen Orten. So zum Beispiel in der Coburger Galerie Späth (siehe "Brückenprojekt").

Das Fach Kunst kooperiert am Albertinum auch mit anderen musischen Fächern: beispielsweise durch die Gestaltung des Bühnenbilds einer Schulaufführungen.

"Musisch" bedeutet allerdings nicht, dass Kunst eine Gabe wäre, die einem gleichsam als Gottesgeschenk in die Wiege gelegt wird. Sie erfordert Konzentration, ungeteilte Aufmerksamkeit. In der Freizeit sucht man heute oft eher die Zerstreuung und vergisst sich im bedeutungslosen Rausch der Medien. Es ist leichter zu konsumieren als zu produzieren.

Denn jede Art der Auseinandersetzung mit der "Wirklichkeit" - und somit mit den alltäglichen Bildern, die uns umgeben - erfordert Zeit und Konzentration. Das gilt für alle Arten der "Kunst".  Erich Fromm ernennt auch die Liebe zu einer Kunst; er vergleicht sie mit anderen Künsten wie der Musik, der Malerei oder der Medizin. Wer ein Lebenskünstler ist, versteht es mit den Unebenheiten des Alltags umzugehen und "Probleme" zu lösen - ein kreativer Prozess.

Die Aneignung von Zeichentechniken, die Einübung feinmotorischer Abläufe durch die immer wieder erfolgende Korrektur durch das Auge und die Auseinandersetzung mit Bildern als einer interpretierten Wirklichkeit - das alles erfordert konzentrierte Anstrengung.

Ein Beispiel aus der Klasse 6 (Technik: Tusche und Scherenschnitt), viele weitere Beispiele finden Sie in unserer kleinen Kunstgalerie: