Ausbildungsrichtungen

I) Die musische Ausbildungsrichtung

Musische Bildung - das bedeutet Langsamkeit: Zeit für Entwicklung, wie sie jedes Kind braucht. Wer sich mit Ästhetik beschäftigt, bringt von  sich aus mehr „Muße, freie Zeit" mit (so die Bedeutung des griechischen Wortes „scholé"). In diesem Sinn kann das musische Element auch ein Ausgleich zum heutigen Leistungsdruck sein - was nicht bedeutet, dass Instrumentalunterricht und Chorwochenenden zum Ausruhen gedacht sind oder dass die Arbeit an einem Kunstobjekt keine Anstrengung erfordern würde. Es ist vielmehr eine Anstrengung, die ihren Zweck hauptsächlich in sich selbst hat. Diese Qualität von „Arbeit" zu erfahren, ist für uns Albertiner ein wichtiger Beitrag zur Werteerziehung.   

Musische Bildung zielt vor allem auf eine ganzheitliche Förderung, und dazu gehören  kreative Fähigkeiten ebenso wie der sensible Umgang mit anderen Menschen. Unterschiedliche Begabungen werden am besten durch verschiedene Angebote gefördert, die sich gegenseitig unterstützen. Deshalb beziehen wir alle Fächer ein, die etwas Musisches beitragen können. Dazu gehört besonders das Fach Deutsch, das sich auf allen Jahrgangsstufen sehr stark mit Literatur und Dichtung beschäftigt. Schon die alten Griechen hatten Schutzgöttinnen ("Musen") für die Komödie, die Tragödie und die epische Dichtung genauso wie für den Gesang und den Tanz. Die Muse Erato war für die Liebeslyrik zuständig, die vom Saiteninstrument begleitet wird, während die Muse Euterpe die lyrische Poesie mit Flötenspiel unter ihre Fittiche nahm. So waren Dichtung und Musik sehr stark miteinander verwoben. Auch der Sport gehörte bei den alten Griechen wesentlich zur  Erziehung. Zentrale Veranstaltungen am Albertinum sind das alljährlich stattfindende Sportfest, die Skikurse der 6. und 7. Klassen sowie eine Sportreise an den Gardasee für die 10. Klassen.

Hier einige Beispiele für Gemeinschaftsprojekte musischer Fächer, die am Albertinum stattgefunden haben:

eine 5. Klasse mit einer Kinderfassung der „Zauberflöte",                     

eine 6. Klasse mit der Kinderoper „Die chinesische Nachtigall",               

eine 10. Klasse mit dem Kunst-Architektur-Projekt „Brücken schlagen",       

stufenübergreifende Arbeitsgemeinschaft "Schulfernsehen",

Theatergruppe der Oberstufe mit dem Musical „Cabaret" - hier im Bild:

 

 

II) Die sprachliche Ausbildungsrichtung

Die allgemeinen Ziele des fremdsprachlichen Unterrichts sind am Albertinum - wie auch an anderen Gymnasien - die Fähigkeit sich in der anderen Sprache in mündlicher und schriftlicher Form korrekt und situationsbezogen auszudrücken. Auf dieses Ziel wird in jeder Stunde hingearbeitet: im geführten Unterrichtsgespräch oder in "classroom discussions" ebenso wie in Schülervorträgen oder im Schulspiel. Alle diese Übungen dienen der Sprechfertigkeit, die auch regelmäßig bewertet und benotet wird. Inzwischen werden auch sogenannte "große Leistungserhebungen" durchgeführt,   bei denen die Schüler ihre erworbene Sprechfertigkeit in Partner- oder Gruppenprüfungen beweisen (und die wie Schulaufgaben gewichtet werden).

Ein anderes Ziel ist das Hör- und Leseverstehen, das in den modernen Fremdsprachen als gleichwertig betrachtet und das neben Sprech- sowie Schreibfertigkeit täglich trainiert wird.

Ein drittes Ziel ist es, das Verständnis für die Kultur anderer Länder zu fördern. Dazu gehören fremdsprachliche Lektüren als fester Bestand des Latein-, Englisch- und Französisch-Unterrichts sowie kürzere Texte im Spanischunterricht. Mit Lektürearbeit oder Filmanalyse sollen die Schüler auch an authentisches Englisch und Französisch herangeführt werden. Durch die Beschäftigung mit literarischen Werken schließt der fremdsprachliche Unterricht aber auch an die musischen Ziele des Gymnasiums an. In fächerübergreifenden Projekten können Fächer wie Latein, Englisch, Französisch oder Spanisch ohne weiteres mit den "musischen" Fächern im engeren Sinn kooperieren und dadurch die vielfältigen Begabungen der Schüler wecken.

Mit Beginn des Schuljahres 2001/ 2002 wurde in beiden Ausbildungsrichtungen die gleiche Sprachenfolge eingeführt. Im sprachlichen und im musischen Zweig ist Englisch erste Fremdsprache beginnend in der 5. Jahrgangsstufe und Latein zweite Fremdsprache beginnend in der 6. Jahrgangsstufe. Im sprachlichen Zweig kommt in der 8. Jahrgangsstufe Französisch dazu. In der 10. Jahrgangsstufe haben die Schüler beider Zweige die Möglichkeit, Latein abzulegen und Spanisch als spätbeginnende Fremdsprache drei Jahre lang zu lernen. Alle Sprachen können in der Oberstufe in verschiedener Form bis zum Abitur weitergeführt werden.

Näheres zu den Fremdsprachen am Albertinum und zu den einzelnen Sprachen befindet sich im Menü unter "Fremdsprachen".

 

ZUR BESONDEREN BEACHTUNG:

 

Ungeachtet des besonderen Profils einer Schulart ist die Ausbildung in Deutsch und Mathematik in allen Gymnasien in Bayern gleich!